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Russian Automotive Market Study 2014

2014

Russland ist als Markt für Automobilhersteller nach wie vor interessant, wird aber die früheren optimistischen Erwartungen der Branche wohl nicht erfüllen können. Im Gegenteil: Die Automotive-Experten von Roland Berger Strategy Consultants prognostizieren in ihrer
Marktanalyse "Russia at the crossroads", dass die Zahl der in Russland pro Jahr verkauften Fahrzeuge bis 2020 lediglich auf 3,3 Millionen steigen und somit deutlich unter den früher erwarteten vier Millionen bleiben wird. Diese gedämpfte Erwartung ist nicht nur der aktuellen politischen Krise geschuldet, sondern hat vielmehr tiefere makroökonomische und strukturelle Ursachen, wie mangelnde Diversifizierung der Wirtschaft, schwaches Wirtschaftswachstum und fehlende Impulse für den Markt.

"Vor diesem Hintergrund erwarten wir dieses Jahr einen erneuten Rückgang des Marktes um rund sieben Prozent und erst in den nächsten zwei bis drei Jahren eine Erholung auf das Niveau von 2012", sagt Uwe Kumm, Managing Partner des Moskauer Büros von Roland Berger. "Kurzfristig ist die weitere Entwicklung der politischen Lage ausschlaggebend. Langfristig wird der Markt aller Voraussicht nach wieder stetig wachsen können, allerdings auch dann deutlich langsamer als frühere Marktstudien prognostiziert haben." Kumm und seine Kollegen rechnen für die Jahre 2014 bis 2016 mit einem Wachstum des Automobilabsatzes in Russland um jährlich rund sechs Prozent, was einem Nachholeffekt geschuldet ist, und 2016-2020 um jährlich 3,5 Prozent. "Das ist nach wie vor attraktiv, aber die bisherige Vorhersage von über vier Millionen verkauften Fahrzeugen im Jahr 2020 ist selbst im optimistischen Szenario nicht länger zu halten", sagt Kumm. Er erwartet deswegen eher einen Markt von 3,3 Millionen Fahrzeugen in 2020 und auch das sei angesichts der politischen und makroökonomischen Unsicherheiten mit Fragezeichen zu versehen.

Dennoch betonen unsere Experten die Wichtigkeit des russischen Automobilmarkts: "Russland ist und bleibt einer der Top-10-Märkte mit erheblichem Potenzial", sagt Jürgen Reers, Partner im Automotive Competence Center von Roland Berger. "Es wird aber in den nächsten Jahren erheblich hinter den bisherigen Erwartungen zurückbleiben und als Produktionsstandort mit angezogener Handbremse, wenn nicht im Rückwärtsgang unterwegs sein."

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