• Alumni  
  • FacebookTwitterLinkedInXingGoogle+RSS
  • Länderseiten
 
 
 

Index Elektromobilität – 3. Quartal 2015

2015

Der Marktanteil von Elektrofahrzeugen in den sieben führenden Automobilnationen Deutschland, Frankreich, Italien, USA, Japan, China und Südkorea verharrt weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Mitverantwortlich dafür ist neben der unzureichenden Batteriereichweite vor allem der Mangel an geeigneten Vertriebskonzepten, um die Kunden vom Kauf zu überzeugen. Das ist ein zentrales Ergebnis des jüngsten "Index Elektromobilität", den Roland Berger und die Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH Aachen (fka) für das dritte Quartal 2015 präsentieren. Der Index vergleicht regelmäßig die relative Wettbewerbsposition der sieben führenden Automobilnationen im Bereich der Elektromobilität nach den Indikatoren Technologie, Industrie und Markt.

Die bis 2021 geltenden Emissionsgrenzen setzen die Autohersteller (OEMs) doppelt unter Druck: Um Strafzahlungen zu vermeiden, müssen sie einerseits die Grenzwerte einhalten. Dafür ist ein bestimmter Anteil an Elektrofahrzeugen in der Flotte unabdingbar. Andererseits können Automobilhersteller die hohen Technologiekosten für diese Fahrzeuge nicht in vollem Maße an die Kunden weitergeben. Die OEMs reagieren darauf mit einem modularen Baukastensystem; denn dadurch können sie mittelfristig Elektro- und Hybridautos in allen Fahrzeugklassen anbieten.

Neben dem passenden Angebot fehlen aber auch noch schlüssige Vertriebskonzepte, um Elektromodelle zu verkaufen. „Elektroautos werden bisher kaum oder gar nicht beworben“, sagt Roland Berger-Partner Thomas Schlick. „Kein Wunder, dass potenzielle Kunden gar nicht auf den Geschmack kommen."

Im Mietwagengeschäft etwa könnten viel mehr Elektroautos eingesetzt werden; dies hätte wiederum einen Multiplikator-Effekt. Außerdem sind Händler derzeit wenig motiviert, Kunden zum Kauf eines Elektrofahrzeugs zu bewegen. Stattdessen verkaufen sie lieber margenträchtigere Modelle mit Sonderausstattungen. "Hier könnten die Hersteller mit zusätzlichen Anreizsystemen den Absatz der E-Autos ankurbeln", erklärt Roland Berger-Partner Wolfgang Bernhart. „Sie könnten zum Beispiel ein CO2-Kreditsystem etablieren, mit dem Händler zu Beginn eines Jahres handelbare CO2-Guthaben aufbauen könnten. Ein solches Modell würde auch die Planbarkeit für die Autohersteller erhöhen."

Experten

Weitere Publikationen