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Europäische Versicherungswirtschaft: Innovative Geschäftsmodelle ermöglichen zweistellige Wachstumsraten

München, 9. September 2014

  • Europäische Versicherer erzielten in den letzten fünf Jahren stabile Umsätze und erhöhten ihre Eigenkapitalrenditen auf bis zu zehn Prozent
  • Umsatzwachstum vor allem durch Akquisitionen und Internationalisierung
  • Die größten Gewinner sind Versicherer mit innovativen Vertriebskonzepten und flexiblen Produktangeboten

Die europäische Versicherungswirtschaft ist gut durch die Finanzkrise gekommen und hat in den letzten fünf Jahren stabile Umsätze erzielt. Durch eine verbesserte Profitabilität konnte das operative Ergebnis um durchschnittlich drei Prozent und das Nachsteuerergebnis um sieben Prozent gesteigert werden. Ebenso verbesserte sich die Eigenkapitalrendite: Nach einem starken Rückgang 2011 auf 4,9 Prozent, lag sie Ende 2013 mit 8,5 Prozent in etwa wieder auf dem Niveau von 2009 (9,0 Prozent). Branchengewinner waren innovative kleine Nischenanbieter, die sowohl ihren Umsatz als auch die Eigenkapitalrendite zweistellig steigern konnten. Das sind die Ergebnisse der Studie "Financial Performance of European Insurers" für die die Experten von Roland Berger Strategy Consultants die Jahresabschlüsse der Top-30 europäischen Versicherer in Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien, Niederlande, Spanien, Großbritannien und der Schweiz zwischen 2008 und 2013 analysiert haben.

"Die Staatschuldenkrise hat deutlich gemacht, wie stark die europäische Versicherungswirtschaft am Tropf der Kapitalmärkte hängt", sagt Wolfgang Hach, Partner von Roland Berger. So sank das Kapitalanlageergebnis zwischen 2009 und 2011 um fast 50 Prozent und lag Ende 2013 mit 237 Millionen Euro leicht über dem Niveau von 2010. Denn Kapitalerträge werden vor allem durch die Renditen für Staatsanleihen bestimmt, wohingegen sich die Prämieneinnahmen am Bruttoinlandsprodukt orientieren.

Große Unterschiede innerhalb der Branche
Innerhalb der Versicherungswirtschaft gibt es große Unterschiede bei der Entwicklung von Umsatz, Profitabilität und Eigenkapitalrendite. Während die spezialisierten Sach- und Lebensversicherer eine hohe Profitabilität aufweisen und ihre Eigenkapitalrenditen in den vergangenen fünf Jahren um durchschnittlich zehn bzw. acht Prozent pro Jahr steigern konnten, verzeichnen Versicherer mit einem breiten Produktportfolio eine geringere Profitabilität. Regional betrachtet konnten Versicherer aus Deutschland, Spanien und der Schweiz sowohl ihre Umsätze als auch die Eigenkapitalrendite überproportional steigern.

Flexibilität und Transparenz gewinnen an Bedeutung
Die Studie ermittelt drei zentrale Faktoren für Wachstum: Akquisitionen, Internationalisierung und innovative Geschäftsmodelle. "Viele Versicherer haben ihr Wachstum vor allem durch gezielte Akquisitionen oder Ausweitung ihrer internationalen Präsenz vorangetrieben", erklärt Hach. Die größten Gewinner jedoch waren Versicherer mit innovativen Vertriebskonzepten und Produktangeboten. Sei es durch strategische Partnerschaften in wichtigen Regionen, den Einsatz von Internetplattformen oder maßgeschneiderten Angeboten. "Besonders erfolgreich entwickelten sich kleine Versicherer, die in den letzten Jahren ein globales Vertriebsnetz mit starken Partnern aufgebaut oder ihre Produkte früh online angeboten haben", sagt Hach. "Diese kleinen Champions waren als einzige in der Lage, sowohl ihren Umsatz als auch ihre Eigenkapitalrendite um zweistellige jährliche Zuwachsraten zu steigern. Das zeigt: Flexibilität und Transparenz wird auch für die Versicherungsbranche immer wichtiger."

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