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Wende bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie – Unternehmen sollten ihre Personalpolitik und Führungskultur weiterentwickeln

München, 12. Dezember 2014

  • Individualisierung und Digitalisierung verändern die Lebens- und Arbeitswünsche der Beschäftigten
  • Firmen sollten auch modernen Vätern und neuen Partnerschaftsmodellen gerecht werden
  • Für 80 Prozent der deutschen Führungskräfte sind Unternehmen auf die neuen Anforderungen noch nicht gut vorbereitet

Die familienfreundliche Unternehmenspolitik erlebt eine Wende: In einer breiten Offensive haben Wirtschaft und Politik in den vergangenen Jahren einiges für den beruflichen Wiedereinstieg der Mütter erreicht. Doch jetzt steht ein neuer Qualitätssprung an, bei dem deutsche Unternehmen allen Mitarbeitern eine bessere Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben ermöglichen. Flexible Arbeitsangebote für unterschiedliche Lebensphasen könnten hier deutlich helfen, so das Ergebnis der neuen Studie von Roland Berger Strategy Consultants "Die neue Vereinbarkeit – Warum Deutschland einen Qualitätssprung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie braucht".

"Firmen, die jetzt handeln und bessere Arbeitsmodelle anbieten, werden gute Mitarbeiter an sich binden können und sich so klare Wettbewerbsvorteile sichern", betont Roland Berger-Partner Ina Wietheger. "Denn in Zeiten des demografischen Wandels werden Unternehmen in Zukunft immer stärker um qualifizierte Fachkräfte kämpfen."

Deutsche Firmen zeigen Nachholbedarf

Dass deutsche Unternehmen in dieser Hinsicht noch einiges verbessern könnten, zeigt auch eine Roland Berger-Umfrage unter deutschen Führungskräften: Rund 80 Prozent der befragten Topmanager sind der Meinung, dass Firmen auf die neue Vereinbarkeit noch nicht gut vorbereitet sind. Ihrer Ansicht nach werden auch die Wünsche der Eltern nach partnerschaftlichen Modellen in den kommenden Jahren wachsen: Männer und Frauen werden immer öfter Familien- und Jobzeiten unter sich aufteilen. Mehr als jeder dritte Topmanager rechnet damit, dass diese Partnerschaftlichkeit in fünf bis zehn Jahren der neue Standard sein wird.

Wesentliche Treiber für den Wunsch der Beschäftigten nach mehr Flexibilität sind die Megatrends Individualisierung und Digitalisierung. So wird es für die Beschäftigen immer wichtiger, ihre Zeitaufteilung selbst bestimmen zu können: "Vor allem für die jüngeren Generationen ist ein erfülltes Privatleben eine wesentliche Voraussetzung für gute Leistungen im Beruf", sagt Roland Berger-Expertin Ute Lysk. "Zu dieser neuen Vereinbarkeit gehört zum Beispiel auch, dass Väter nach der Geburt eines Kindes ihre Arbeitszeit reduzieren können, ohne einen Karrierebruch zu erleben."

Digitalisierung unterstützt neue Arbeitsmodelle

Auch die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitsprozesse wirkt sich positiv auf die familienfreundliche Politik der Firmen aus. Denn dank neuer Kommunikationstechnologien nehmen viele Beschäftigte die Möglichkeiten eines flexiblen Arbeitsplatzes und flexibler Arbeitszeitmodelle wahr. "Unternehmen sollten ihre bisherige Präsenzkultur überwinden, wenn sie qualifizierte Mitarbeiter langfristig an sich binden wollen", rät Roland Berger-Partner Ina Wietheger.

Trotz Nachholbedarfs haben deutsche Politik und Wirtschaft in den vergangenen zehn Jahren schon beeindruckende Erfolge bei der Familienfreundlichkeit erreicht. So ist die Anzahl der erwerbstätigen Mütter mit minderjährigen Kindern von 59 Prozent im Jahr 2004 auf rund 67 Prozent im Jahr 2013 gestiegen. Zeitgleich hat sich Lage der Kinderbetreuung in Deutschland deutlich verbessert – fast jedes dritte Kind unter drei Jahren bekam 2013 einen Krippenplatz.

Diese verbesserte Betreuungslage sollte auch für die deutsche Wirtschaft zum Ansporn für eine noch familienfreundlichere Personalpolitik werden. " Unternehmen werden die neuen Herausforderungen bei der Vereinbarkeit ganz sicher meistern. Denn sie kennen die grundlegenden Handlungsfelder und Mechanismen", sagt Ina Wietheger. "Eine vorausschauende Personalpolitik wird Firmen dabei helfen, die besten Talente zu gewinnen und langfristig zu halten."

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