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Europäischer Städtetourismus: über 10 Millionen Übernachtungen pro Jahr – Berlin, München und Hamburg in der Spitzengruppe

München/Wien, 7. Dezember 2015

  • Roland Berger-Studie analysiert 45 der bedeutendsten Städteziele Europas: Istanbul auf Platz eins
  • Seit 2005 insgesamt 38 Prozent Wachstum: Der Städtetourismus übertrifft weiterhin die europäische Gesamtwirtschaft
  • Berlin wächst bei der Anzahl an Übernachtungen nach Istanbul am stärksten

Der kurze Städteurlaub etabliert sich immer mehr als beliebte Urlaubsform in Europa. So wuchs die Tourismusbranche zwischen 2005 und 2015 um 14 Prozent, der Städtetourismus sogar um 38 Prozent. Im gleichen Zeitraum nahm die europäische Gesamtwirtschaft lediglich um 5 Prozent zu, so die Hauptergebnisse der neuen Roland Berger-Studie "European City Tourism 2015". Dabei wurden 45 Großstädte Europas unter die Lupe genommen.

"Unsere Untersuchung bestätigt den anhaltenden Aufschwung im Tourismus", betont Vladimir Preveden, Partner von Roland Berger. "Und das zeigt, dass der Städtetourismus ein entscheidender Faktor für die europäische Wirtschaftsentwicklung ist."

Istanbul, Brüssel und Dubrovnik führen ihre Cluster an

Die Studie teilt die europäischen Städte in drei Clustergruppen nach verschiedenen Kriterien ein. Dazu gehören z.B. die Anzahl der Übernachtungen pro Besucher und die Relevanz als Kongressstadt. Das erste Cluster umfasst Großstädte mit mehr als 10 Millionen Übernachtungen pro Jahr: Hier belegen Istanbul, Amsterdam und Paris die ersten Plätze, doch auch deutsche Städte wie Berlin (24 Millionen Übernachtungen), München (13,4 Millionen) und Hamburg (12 Millionen) sind in der Spitzengruppe vertreten.

Vor allem Istanbul überrascht hier mit einem starken Wachstum bei Übernachtungen und Bettenkapazitäten. Allerding sind in diesem Cluster Städte wie Paris, Amsterdam und Prag Grund zur Sorge: "Die Tourismusdichte ist in diesen Ballungszentren extrem hoch", erklärt Preveden. "Das Verhältnis von Übernachtungen im Vergleich zur Einwohnerzahl ist nicht mehr balanciert. Und dies könnte in Zukunft zu Spannungen zwischen Tourismusentwicklung und Lebensqualität der Einwohner führen."

Im zweiten Cluster rangieren Städte zwischen 2 und 10 Millionen Übernachtungen pro Jahr – Brüssel liegt hier auf Rang eins vor allem wegen der Relevanz als Kongressstadt und der optimalen Fluganbindung. Auf Platz zwei befindet sich Kopenhagen, gefolgt von Zürich.

Das dritte Cluster mit Städten, die weniger als 2 Millionen Übernachtungen pro Jahr verzeichnen, führt Dubrovnik vor Luxemburg und Lausanne an. Dubrovnik zeigt dabei das größte Wachstum bei Übernachtungen. "Dubrovnik hat seine Grenzen des Touristenwachstums im Verhältnis zur Größe der Stadt erreicht", warnt Preveden. "Der Adriahafen wird zudem durch den hohen Zustrom an Kreuzfahrttouristen belastet."

Überraschungssieger Istanbul; London und Paris führend bei Gesamtzahl an Übernachtungen

Istanbul ist der überraschende Gesamtsieger in Cluster eins. Die Stadt am Bosporus vereint moderne europäische Standards mit asiatischem Flair, verfügt über eine hohe Erreichbarkeit und vorteilhaftes Klima. "Es ist bemerkenswert, dass Istanbul eine Führungsposition bei den Übernachtungen und Bettenkapazitäten einnimmt", sagt Preveden. "Gleichzeitig ist die Tourismusdichte sehr niedrig. Das zeigt, dass noch immer erhebliche Wachstumsmöglichkeiten für die kommenden Jahre bestehen."

London (57 Millionen Übernachtungen) und Paris (36 Millionen) führen das erste Cluster in Bezug auf die Gesamtzahl an Übernachtungen deutlich an. Allerdings wachsen beide Großstädte am wenigsten im Vergleich zu anderen aufstrebenden Tourismuszentren. Mit deutlichem Abstand folgen dann Rom (25,4 Millionen Übernachtungen) und Berlin (24 Millionen). "Obwohl die deutsche Hauptstadt das dynamischste Wachstum nach Istanbul zeigt, landet sie nur auf Platz sieben", erklärt Vladimir Preveden. "Dabei spielt die suboptimale Verkehrsanbindung eine sehr wichtige Rolle: Die relativ schlechte Flugerreichbarkeit Berlins verhindert leider eine bessere Platzierung der Großstadt im europäischen Vergleich."

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