• Alumni  
  • FacebookTwitterLinkedInXingGoogle+RSS
  • Länderseiten
 
 
 

Studie von Roland Berger und CMS zu Iran nach Ende der Sanktionen: Große Chancen und wie deutsche Unternehmen sie erfolgreich nutzen

München, 26. November 2015

  • Irans Wirtschaft wächst bis 2020 um 4 bis 5 Prozent pro Jahr – Das Ende der Sanktionen bietet große Chancen für "Made in Germany"
  • Iran öffnet sich mit 78 Millionen Einwohnern dem Weltmarkt
  • 87 Prozent der Iraner schätzen deutsche Produkte als qualitativ hochwertig ein – gute Basis für alle Industriezweige
  • Pkw-Absatz wird sich von 2014 bis 2020 auf 1,8 Millionen Verkäufe pro Jahr verdoppeln
  • Roland Berger und CMS-Experten erläutern vier konkrete Schritte für einen erfolgreichen Einstieg ausländischer Unternehmen im Iran

Als letzte große Volkswirtschaft öffnet sich nun auch der Iran dem Weltmarkt. Damit ergeben sich neue Chancen nicht nur für die 78 Millionen Einwohner sondern auch für ausländische Unternehmen. Experten von Roland Berger und CMS Hasche Sigle haben Irans Potenzial untersucht und beschreiben in ihrer Analyse "How to do business in Iran successfully", wie der dortige Markt funktioniert und wie ausländische Unternehmer erfolgreich die Herausforderungen im Iran bewältigen können.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Iran beträgt momentan nur 415 Milliarden US-Dollar – in Deutschland ist es bei etwa gleicher Einwohnerzahl mehr als neun Mal so hoch. Es besteht also großer Nachholbedarf. Und Iran bietet gute Voraussetzungen für die Aufholjagd: Er verfügt nicht nur über immense Vorkommen an natürlichen Ressourcen – unter anderem die größten Gas- und die drittgrößten Ölreserven der Welt –, sondern auch über eine gut ausgebildete und vergleichsweise junge Bevölkerung.

"Der Iran bietet dank seiner insgesamt guten Rahmenbedingungen ein großes Potenzial für international tätige Unternehmen", sagt Studienautor Philipp Grosse Kleimann, Partner von Roland Berger. "Wir rechnen bis 2020 mit einem jährlichen Wachstum der iranischen Wirtschaft von 4 bis 5 Prozent."

"Made in Germany" als gute Basis für den Markteinstieg

Aktuell bezieht der Iran seine Waren und Dienstleistungen zu großen Teilen aus China. "Gleichwohl haben europäische Firmen und allen voran die aus Deutschland gute Chancen, den durch die Sanktionen verlorenen Marktanteil wieder zurückzuerobern" sagt Shaghayegh Smousavi, Partnerin von CMS Law Tax. So beurteilen 87 Prozent der Iraner deutsche Produkte als qualitativ hochwertig. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der iranische Markt nicht mehr derselbe ist wie vor den Sanktionen. "In den vergangenen Jahren haben die Iraner beträchtliches geleistet, um trotz der schärfsten, jemals gegen ein Land verhängten Sanktionen aus eigener Kraft zu wachsen. Dementsprechend selbstbewusst treten sie auch gegenüber den westlichen Geschäftspartnern auf" erklärt Smousavi.

Dabei erwarten die Menschen in Iran von westlichen Unternehmen mehr als nur die Lieferung ihrer Produkte. Viele Unternehmer im Iran erhoffen sich höhere Auslandsinvestitionen, um das eigene Geschäft voranzutreiben. Hinzu komme die Aussicht auf externes Wissen und die Erfahrungswerte global agierender Unternehmen. "Alle Industriezweige im Iran sind im Aufbau – von der Automobilproduktion bis hin zu den Banken", erklärt Grosse Kleimann. Allein der Pkw-Markt werde sich dank der wirtschaftlichen Öffnung in nur zwei Jahren verdoppeln: von 900.000 Verkäufen im Jahr 2014 auf etwa 1,8 Millionen im Jahr 2016.

Allerdings warnt der Experte westliche Unternehmen vor Blauäugigkeit: "Trotz der positiven Prognosen ist wirtschaftlicher Erfolg im Iran kein Selbstläufer." So belasteten die Folgen der Isolation den Staatshaushalt und der aktuell niedrige Ölpreis schwächt die Einnahmenseite. Gleichzeitig sei das iranische Steuersystem sehr komplex und die staatliche Regulation ausgeprägt. Hinzu komme eine über 5.000 Jahre gewachsene und für westliche Unternehmen weitgehend fremde Kultur. "Damit Unternehmen die Möglichkeiten im Iran nutzen können, müssen sie sich gründlich auf das Land und seine Gegebenheiten vorbereiten", sagt Grosse Kleimann.

Vier Regeln für den wirtschaftlichen Erfolg im Iran

Die Experten von Roland Berger und CMS Hasche Sigle empfehlen deshalb vier Grundregeln für einen erfolgreichen Markteintritt:

Erstens: Ein gutes Verständnis der Geschichte, der Kultur und der Geschäftslandschaft des Iran ist unabdingbar. Lokal ist dann die Unterstützung durch persisch-sprachige Kollegen und Geschäftspartner sehr wichtig, da viele Dokumente nur in der Landessprache verfügbar sind. "Für die langfristige Vertrauensbildung sind regelmäßige Treffen notwendig", betont Grosse Kleimann. "Wir empfehlen Firmen einen Ansprechpartner vor Ort zu etablieren."

Zweitens: Wenn möglich sollte der erste Kontakt direkt auf Geschäftsführerebene erfolgen. Diese zu identifizieren ist angesichts der manchmal komplizierten Beteiligungsverhältnisse kein leichtes Unterfangen. Eine Alternative können Mittelsmänner sein, die allerdings oft ihre eigene Agenda verfolgen. "Die Zeit, die in die Suche von zuverlässigen Mittelsmännern und in den Aufbau von direkten Kontakten zur Ebene der Entscheider investiert wird, zahlt sich am Ende mehrfach aus", sagt Shaghayegh Smousavi.

Drittens: Firmen sollten sich rechtlich gründlich und detailliert auf ein Engagement im Iran vorbereiten. "Der Iran besitzt allein 52 bilaterale Verträge zum Schutz von Investitionen sowie zahlreiche Doppelbesteuerungsabkommen", unterstreicht Shaghayegh Smousavi. "Damit Unternehmen alle rechtlichen Fallstricke im Auge behalten, sollten sie frühzeitig die rechtlichen und steuerlichen Aspekte sowie vor allem die tatsächliche Verwaltungspraxis vor Ort in ihre Geschäftsplanungen einbeziehen."

Viertens: Entscheidungsprozesse können im Iran lange andauern. "Lokale Niederlassungen und eine enge Zusammenarbeit mit iranischen Partnern demonstrieren den klaren Willen sich längerfristig zu engagieren", sagt Grosse Kleimann. "Das schafft Vertrauen und hilft administrative Hürden schneller zu beseitigen."

Top

Weitere Press releases