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Der Konsolidierungsprozess auf dem Markt der Lithium-Ionen-Batterien wird sich weiter beschleunigen

München, 19. Oktober 2012

  • Der Konsolidierungstrend, den Roland Berger schon 2010 prognostiziert hatte, wird schneller eintreffen
  • Lediglich sechs bis acht internationale Batteriehersteller werden bis 2017 auf dem Markt überleben
  • Überkapazitäten, der starke Preiskampf, langsames Marktwachstum, niedrige Margen und der Bedarf an hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung sind die Hauptgründe für diese Konsolidierung
  • OEMs und Batteriehersteller müssen passende Strategien entwickeln, um sich auf dem Markt zu behaupten

Bereits 2010 warnte eine Roland Berger-Studie, dass nur sechs bis acht global tätige Akkuhersteller bis 2017 überleben werden. Doch dieser Konsolidierungsprozess auf dem Markt der Lithium-Ionen-Batteriehersteller setzt sich schneller durch, als vermutet. So mussten in den vergangenen zwei Jahren viele neue Akteure der Branche Konkurs anmelden – eine Konsolidierungswelle, dich sich in den nächsten fünf Jahren fortsetzen wird. Denn Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette werden mit niedrigen Gewinnen und Margen konfrontiert sein. Die Gründe: der massive Preisdruck, langsames Marktwachstum, starkes Wettbewerb sowie die Notwendigkeit, Innovationen weiter zu finanzieren. Die neue Studie "Lithium-Ion batteries – The bubble bursts" von Roland Berger Strategy Consultants zeigt, dass sowohl OEMs als auch Batteriehersteller in Zukunft auf neue Strategien setzen müssen, um auf dem umkämpften Markt bestehen zu bleiben.

"Der riesige Hype um die Lithium-Ionen-Batterien hat sich als Blase erwiesen", erklärt Wolfgang Bernhart, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. "Staatliche Förderungen und zu optimistische Wachstumsannahmen bezüglich der Elektromobilität haben zu großen Überkapazitäten geführt. Hinzu hat das ehrgeizige Ziel, rasch Skaleneffekte zu erzielen, einen heftigen Preiskampf zwischen etablierten Marktakteuren in Asien und Neulingen in den USA ausgelöst."

Akkulieferanten können ihre Kapitalkosten nicht decken

Auf der Basis einer fundierten Bottom-up-Kalkulation der Akkuzellen- und Materialkosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette belegt die Roland Berger-Studie, dass die Hersteller großer Lithium-Ionen-Batterien häufig keine ausreichenden Einnahmen erzielen, um ihre Kapitalkosten zu decken. Denn gegenüber den Automobilherstellern mussten Batterielieferanten erhebliche Preissenkungen hinnehmen – bis 2014/2015 werden OEMs zwischen 180 und 200 EUR/kWh für große Akkuzellen zahlen.

"Auf diesem Weg können Batteriehersteller nicht ausreichendes Cash Flow generieren, um wichtige Investitionen in neue und effizientere Produktionsausrüstung und F&E für leistungsfähigere Akkus zu tätigen. Doch das ist wiederum wichtig, um die Materialkosten zu senken", sagt Wolfgang Bernhart.

Nur große Anbieter werden überleben

Die niedrigen Margen und das fehlende Kapital für Neuinvestitionen führen daher in den nächsten Jahren zu einer verstärkten Marktbereinigung. Nur wenige große Anbieter von Lithium-Ionen-Batterien werden dabei überleben – allen voran aus Korea und Japan.

In diesem Kampf ums Überleben werden daher sowohl die Akkuhersteller als auch ihre Kunden, die OEMs, gezwungen sein, ihre Strategien zu überdenken. Denn alternative Technologien wie Start-Stop-Systeme oder die Leichthybridtechnik stellen für Batteriehersteller keinen aussichtsreichen Markt dar. Neue Entwicklungen bei den Blei-Säure-Batterien stellen Anbieter von Lithium-Ionen-Batterien vor große Herausforderungen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

"Auf der anderen Seite müssen OEMs ihr Lieferantenportfolio überdenken und mit den innovativsten Unternehmen zusammenarbeiten. Denn nur so können sie sich innovative Lösungen und bedeutende Kostenvorteile sichern", fasst Roland Berger-Stratege Bernhart zusammen.

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