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„Connected Mobility 2025“: Durch eine intelligente Mobilitätsvernetzung ließen sich jährlich mehr als 266 Milliarden Dollar weltweit sparen

München 22. Januar 2013

  • Neue Roland Berger-Studie zeigt: Verkehrsprobleme in den 30 größten Städten der Welt kosten jährlich mehr als 266 Milliarden Dollar
  • 180.000 Menschen ziehen täglich in die Großstädte weltweit – eine große Herausforderung für Verkehr und Mobilität
  • Die Integration verschiedener Transportmittel ermöglicht, die Verkehrssteuerung ökonomisch und ökologisch zu optimieren
  • Mobile Endgeräte, schnelle Übertragungstechnologien (LTE) und Cloud-Dienste begünstigen die vernetzte Mobilität
  • Integrierte Mobilitätsangebote dominieren die Kundenschnittstelle – der Kampf um den Markt für die Connected Mobility läuft
  • Fünf Erfolgsfaktoren werden den Durchbruch der Smart Mobility bestimmen

Die persönliche Mobilität ist eine wichtige Voraussetzung für Erfolg und Wohlstand jeder Volkswirtschaft. Doch die steigende Bevölkerung in den größten Ballungszentren der Welt sowie der zunehmende Verkehr führen zur Verkehrslähmung. Allein in den 30 größten Metropolregionen summieren sich die volkswirtschaftlichen Kosten, die durch Verkehrsprobleme entstehen, auf mehr als 266 Milliarden Dollar pro Jahr. Die vernetzte Mobilität kann hier helfen, das Problem des zunehmenden Personenverkehrs in den Griff zu bekommen. Denn dank der intelligenten Vernetzung von Verkehrsdaten und Transportmitteln können Menschen nach Bedarf schnell und problemlos verschiedene Mobilitätsmodelle nutzen, um ihr Ziel zu erreichen. Dabei spielen integrierte Angebote und eine übergreifende Steuerfunktion ("Mobilitätsmanager") eine wesentliche Rolle. Denn diese Mobilitätsplattform soll verschiedene Angebote bündeln und Dienstleistungen aus einer Hand bieten. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der neuen Studie aus der Publikationsreihe think:act Study mit dem Titel „Connected Mobility 2025“ von Roland Berger Strategy Consultants. Dabei schildern die Roland Berger-Experten die fünf wichtigsten Faktoren, die der Smart Mobility zum großen Erfolg verhelfen werden.

"Obwohl wir in einer immer enger vernetzten Welt leben, ist die individuelle Mobilität meist zerstückelt: Im entscheidenden Moment fehlen uns genau die Informationen darüber, wie wir auf dem besten Weg von A nach B gelangen", erklärt Carsten Roßbach, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. "Integrierte Angebote für den vernetzten Konsumenten werden zukünftig unsere Mobilitätsgewohnheiten stark verändern."

Ganzheitliche Perspektive für individuelle Mobilität

Die einzelnen Elemente einer integrierten Mobilität sind in unserer Gesellschaft längst verfügbar: private Fahrzeuge, öffentliche Nah- und Fernverkehrsmittel, Car-Sharing-Angebote und immer öfter auch Elektroautos. Allerdings stehen diese Elemente vorwiegend als geschlossene Verkehrssysteme auf dem Markt. "In den seltensten Fällen sind diese Systeme so miteinander verzahnt, dass der Verbraucher schnell und unkompliziert nach Bedarf von einem Transportmittel zum nächsten umsteigen kann. Es fehlt eine ganzheitliche Mobilitätsperspektive", sagt Marc Winterhoff, Roland Berger-Partner und Co-Autor der Studie. "Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien können hier helfen, die vernetzte Mobilität voranzutreiben."

Eine Entwicklung, die vor allem die größten Ballungszentren der Welt dringend brauchen. Denn rund 180.000 Menschen ziehen täglich in die Großstädte – für den Verkehr der Metropolregionen eine große Herausforderung. Eine bessere Verzahnung verschiedener Transportmöglichkeiten hätte nicht nur positive Folgen für die Umwelt, sondern würde auch zu einer besseren Lebensqualität in den Großstädten beitragen. Damit ließen sich auch über 266 Milliarden US-Dollar jährlich sparen – denn das sind die Kosten, die der Verkehrsstau nur in den 30 größten Ballungszentren der Welt verursacht.

Zentrale Voraussetzungen sind vorhanden

Wichtig für die Verbreitung der Smart Mobility ist es, dass die zentralen Voraussetzungen bereits gegeben sind – allen voran die massive Verbreitung der Smartphones. So gibt es schon heute weltweit mehr als eine Milliarde Smartphones auf dem Markt. Damit können Nutzer von überall auf wichtige Informationen in Echtzeit zurückgreifen. In den kommenden zwei Jahren rechnen die Experten damit, dass sich die Anzahl der Smartphones gar verdoppeln wird.

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Verbreitung wichtiger Technologien, die die schnelle Vermittlung von Daten ermöglichen. "Die Möglichkeit, Daten in der Cloud zu speichern, sowie die Durchsetzung der LTE (Long Term Evolution)-Technologie für die schnelle Informationsübertragung über mobile Netze sind heute schon Realität und bilden das technologische Rückgrat der Mobilität der Zukunft", sagt Roland Berger-Stratege Carsten Roßbach.

Integrierte Angebote als Schlüssel zur Smart Mobility

Die neue Mobilität bringt ein großes Wertschöpfungspotenzial mit sich: Wer in der Lage sein wird, den Kunden alle Mobilitäts-Dienstleistungen – von der Reiseplanung und -buchung über verschiedene Services bis hin zur Abrechnung – aus einer Hand zu bieten, wird von dem Potential der Smart Mobility am stärksten profitieren. Unsicher ist nur noch, welche Branche diese wichtige integrative Funktion erfüllen wird.

Dabei kommen zum Beispiel Automobilhersteller infrage, die bereits heute im Zentrum der individuellen Mobilität stehen und über starke Marken verfügen. Doch auch Verkehrsverbünde mit ihrer starken regionalen Anbindung sowie Bahnen und Airlines mit ihren internationalen Netzen könnten diese integrative Funktion erfüllen. Und schließlich eignen sich auch Telekommunikations- und Internetanbieter, um die Leistungen verschiedener Mobilitätsdienstleister in einheitlichen Portalen zu bündeln. "Eines ist schon jetzt klar: Unternehmen, die es als First Mover schaffen werden, sich eine starke Ausgangsposition als Mobilitätsmanager zu sichern, werden in Zukunft einen großen Teil der Wertschöpfung kontrollieren“, fasst Carsten Roßbach zusammen.

Fünf Erfolgsfaktoren für die Connected Mobility

Um erfolgreich in der Welt der vernetzten Mobilität zu agieren, müssen Unternehmen nicht nur diesen Wandel zeitig erkennen, sondern auch auf fünf wesentliche Faktoren achten, empfehlen die Roland Berger-Experten.

- Vernetzungsfähigkeit: Wichtige Voraussetzung für die Mobilität der Zukunft stellen Online-Plattformen dar, die Funktionen, Produkte, Dienstleistungen und Technologien unterschiedlicher Verkehrssysteme bündeln.

- Individuelle Kundenbedürfnisse: Marktteilnehmer sollten ihren Kunden individualisierte Lösungen anbieten, die jedoch modular aufgebaut sind – die so genannte "Mass Customization". Das betrifft Dienstleistungen der gesamten Wertschöpfungskette: von der Reiseplanung bis hin zur Abrechnung.

- Markenpositionierung: Damit ihre Mobilitätsangebote gute Resonanz auf dem Markt bekommen, sollten Unternehmen ihre Marke klar positionieren und sie für die neuen Produkte und Services nutzen.

- Rechtsrahmen: Die Politik sollte einen klaren Rechtsrahmen definieren, um einerseits Datenschutz und –sicherheit zu garantieren, andererseits eine bestimmte Datentransparenz zu ermöglichen. Liberalisierung und Harmonisierung des rechtlichen Rahmens sollten vor allem transnational stattfinden.

- Intelligente Verkehrssteuerung: Richtet sich in Zukunft die Verkehrssteuerung nach wichtigen ökonomischen und ökologischen Kriterien wie etwa dem Co2-Ausstoß oder den Feinstaubemissionen, so soll Connected Mobility als Schnittstelle zu einer optimalen Auslastung der Verkehrsinfrastruktur führen.

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